Gedankenwechsel

Wenn in einem Mannschaftsspiel die Sache nicht läuft, wechselt man gerne Spieler aus, in der Saison vielleicht sogar noch den Trainer. Ich habe mich immer gefragt, ob das Ergebnis bei solchen Unterfangen nicht lediglich reiner Zufall ist. Ein Mechanismus, der nicht erkennbar ist, oft aber doch rätselhaft zum Erfolg führt. Und so schlage ich die Brücke zu meinem kleinen Kosmos. Ich habe jetzt sehr viel Zeit nur mit mir selbst zugebracht. Zunächst in Dänemark, dann im Wendtland, schließlich eine Woche mal wieder mit Bakterien und hohem Fieber. Im Grunde halte ich nicht viel von der Nachdenkerei, die dann zur vermeintlichen Erhellung führt. Meist ist nach dem vielen Nachdenken die Sache genau noch so gut oder schlecht wie zuvor und eine Entscheidung, finde ich, wird durch andere Faktoren an das Licht der Welt gepreßt. Nachdenken führte, bei mir zumindest, nie wirklich zur finalen Lösung. Auflockern konnte ich die Sache, aber lösen nicht. Es sind letztlich immer äußere Faktoren gewesen, die meinen Entscheidungen die Initialisierungen zutrugen.
Doch jetzt habe ich erstmalig das Gefühl, mich in einigen wenigen Punkten richtungsweisend entschieden zu haben. Ohne äußere Faktoren. Keine Beeinflussung, kein Anschub. Tatsächlich durch Nachdenken und Alleinsein. Ich habe gerade im Freundschaftsbereich ein zwei Dinge auf den Weg gebracht, die in der Begehung dann auch als richtig gefühlt habe. Man kann sagen, ich habe mein Empfinden den Gegebenheiten endlich angepaßt. Ich habe mit der Vergangenheit in einigen Teilen Frieden geschlossen. Aber weshalb das gerade jetzt mit einer gewissen Nachhaltigkeit geklappt hat, ist mir fast so rätselhaft, wie eine besser spielende Mannschaft nach Trainerwechsel.

Doch im Augenblick fühlt es sich sehr brauchbar an. In der Gesamtbetrachtung ist man vor Rückschlägen natürlich nicht gefeit (gerade ich), aber Rom ist ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut worden.

~ von seichteswasser am Juli 22, 2008.

Einen Kommentar schreiben