Tropfen von Nichts
Manchmal gerät das Leben für wenige Schritte doch wieder kurz aus dem Tritt. Dann tropfen die Augenblicke meiner Erinnerung vergangen und rastlos von den Dächern der vertrauten Umgebung. Wie Schnee, der in der Sonne unerwartet den Halt auf den Ästen verliert. Sie treten einfach herein, ohne anzuklopfen. Der Blick zurück findet im Angesicht des Heute vertraute und doch eigenartig fremde Momente. Die Schwermut drängt sich ungefragt und ungebeten in den Vordergrund und stielt der Zuversicht neidvoll die Aufmerksamkeit. Ich trete in das erhoffte Licht und finde irritiert letztendlich nur ignorante Schattierungen von Grau. Schon schicke ich Mails, die ich bereits im Berühren der Tasten als unsinnig hätte enttarnen sollen. Wortflucht in die Sinnlosigkeit. Wo Frühling sein sollte, sind planlos Kälte und Regen anwesend. Erwartungen scheinen oft selbst ein Garant für ihr Nichteintreten zu sein. Nur was nie gedacht, in Gedanken nie geformt und in Wünschen nie formuliert wurde, das ist offensichtlich greifbar. Absicht und Wirklichkeit. Ich suche schnell die Hand zu meiner Hoffnung für einen kleinen Sieg auf dem Weg zum Glück. Kein Traum, keine Fiktion. Kein Geflecht aus Nichts. Das Glück fährt doch stets um den Block. Vielleicht reicht ein offenes Lächeln zum rechten Augenblick, es verharren zu lassen. Oder?

Manches mal reicht es nicht nur, es ist vielmehr oft das einzig richtige.
manchmal nimmt auch das glück eine auszeit und schickt uns eine vertreterin, die ihr trauriges lied singt. es ist gut so wie es ist, denn so spüren wir, dass wir wirklich leben.